KONZERTZYKLUS 2026 | BREMEN 


VIVA LA PAZZIA – Es lebe der Wahnsinn!

Eine Geschichte barocken Wahnsinns in drei Konzerten


In der vierten Ausgabe des Konzertzyklus taucht das Ensemble Musica getutscht tief in die Abgründe der menschlichen Psyche ein: den Wahnsinn. Zwischen Rebellion gegen das vermeintlich Normale und klinischer Diagnose, zwischen Faszination und Ausgrenzung begegnet „Musica getutscht“ in drei  aufeinander aufbauenden Konzerten dem barocken Wahnsinns in all seinen Facetten:



MUSICA GETUTSCHT’S KÄFIG VOLLER NARREN

Barocke musikdramatische Miniaturen von u.a. Claudio Monteverdi

27. & 28.2.2026 Schaulust am Güterbahnhof


Inspiriert von Erasmus’ berühmtem Lob der Torheit entwirft dieses szenische Musiktheater eine barocke Welt voller Narren, regiert von Torheit und Exzess. In einer absurden, fragmentierten Szenerie verweben sich kontrastreiche musikdramatische Miniaturen und kurze Opern des italienischen Frühbarock.


Claudio Monteverdis berühmtes Combattimento di Tancredi e Clorinda und Lamento della Ninfa stehen im Zentrum – flankiert von grotesken Karnevalsstücken, haarsträubenden Liebeleien, religiösen Ekstasen und der vermutlich längsten Ciaconna der Welt! Ein Theaterspiel des Lebens, in dem der Wahnsinn als treibende Kraft wirkt.



MUSICA GETUTSCHTS MELANCHOLIA - Zum 400. Todestag John Dowlands

12.6.2026 Sendesaal


Im zweiten Konzert begegnen sich drei herausragende und berüchtigt wahnsinnige Künstler des Frühbarock: die Komponisten John Dowland und Carlo Gesualdo sowie der Dichter Torquato Tasso. Alle drei verfielen der Melancholie – ihre Geschichten endeten in Mord, geistigem Verfall oder tiefstem Weltschmerz. Und dennoch sind sie Beispiele der Grande Follia– des erhabenen, göttlichen Wahnsinns, der bis heute den Mythos des Genies prägt. Genie und Wahnsinn liegen hier nah beieinander, ihre kühnen Werke sind Zeugnisse dieses ekstatischen Grenzgangs.



MUSICA GETUTSCHTS BIZARRE PARADE DES WAHNSINNS

„Hospedale per gl’infermi d’amore“ von Pietro Antonio Giramo (1630)

1. & 2.10.2026 Schaulust am Güterbahnhof


Der Zyklus gipfelt in einer barocken neapolitanischen Irrenanstalt: Pietro Antonio Giramos skurriles und hier erstmals vollständig aufgeführtes Werk Hospedale per gl’infermi d’amore – Das Spital der Liebeskranken (Neapel, 1630) entführt in die Welt der Ausgestoßenen, Rasenden und Verfemten. Verachtet, separiert und zugleich zur Schau gestellt, entfaltet sich in Giramos Werk eine bizarre Parade des barocken Wahnsinns. Schließlich vereinen sich die Stimmen der „Verrückten“ in einer letzten, triumphierenden Geste: Viva la Pazzia – Es lebe der Wahnsinn!